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ChatGPT Ads: Umsatz-Run-Rate bei 1 Mrd. Dollar

ChatGPT Ads erreicht weniger als 200 Tage nach dem Start eine annualisierte Umsatz-Run-Rate von 1 Milliarde US-Dollar. OpenAI öffnet den Ads Manager nun für Unternehmen in Europa und weiteren Regionen, während Datenschutz und die Trennung von Werbung und Antworten zentrale Prüfpunkte bleiben.

ChatGPT Ads: Umsatz-Run-Rate bei 1 Mrd. DollarBild: KI-generiert

ChatGPT Ads wächst zum Milliarden-Geschäft

OpenAI meldet für ChatGPT Ads eine annualisierte Umsatz-Run-Rate von 1 Milliarde US-Dollar. Dieser Wert wurde weniger als 200 Tage nach dem Start erreicht. Eine Umsatz-Run-Rate rechnet die aktuell erzielten Einnahmen auf zwölf Monate hoch und entspricht daher nicht zwingend dem bereits verbuchten Jahresumsatz.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen inzwischen Zehntausende Werbekunden die Plattform. Anzeigen sind in mehr als 40 Ländern verfügbar. Der direkte Einkauf über den Ads Manager wird nun auf Europa, Indien, den Nahen Osten und Nordafrika ausgeweitet.

KennzahlAngabe von OpenAI
Annualisierte Umsatz-Run-Rate1 Milliarde US-Dollar
Zeit seit dem StartWeniger als 200 Tage
Verfügbare MärkteMehr als 40 Länder
WerbekundenZehntausende
Technologie- und MesspartnerMehr als 50
Wöchentlich aktive ChatGPT-NutzerMehr als 1 Milliarde

Werbung rückt in den Entscheidungsprozess

Das wirtschaftlich Interessante an ChatGPT Ads ist nicht nur die Reichweite. Nutzer formulieren in Unterhaltungen häufig konkrete Ziele, Anforderungen und Einschränkungen. Das kann von der Auswahl einer Unternehmenssoftware bis zur Planung einer Anschaffung reichen.

OpenAI platziert Anzeigen passend zum Kontext der aktuellen Unterhaltung. Abhängig vom Land und den gewählten Einstellungen kann zusätzlich der Kontext aus der breiteren ChatGPT-Nutzung einfließen. Damit sitzt die Werbung näher an einer konkreten Entscheidung als klassische Display-Werbung.

Das verändert auch die Bedeutung der Einführung von ChatGPT Ads in Deutschland und Österreich. Für Unternehmen entsteht ein zusätzlicher Vertriebskanal, der Suchmaschinenwerbung und Empfehlungsplattformen teilweise überschneiden könnte. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von einer weiteren geschlossenen Plattform mit eigenen Regeln, Messverfahren und Auktionsmechanismen.

OpenAI baut eine vollständige Werbeplattform

Der Ads Manager richtet sich insbesondere an kleine und mittlere Unternehmen, die Kampagnen ohne betreuten Vertrieb buchen wollen. OpenAI unterstützt inzwischen CPC-Gebote, bei denen pro Klick bezahlt wird, sowie eine Optimierung auf gewünschte Ergebnisse wie Käufe oder Anfragen.

Für die Erfolgsmessung stehen ein Pixel und eine Conversions API bereit. Das Pixel erfasst Ereignisse im Browser, während die Conversions API entsprechende Daten direkt zwischen Unternehmenssystemen und der Werbeplattform überträgt. Hinzu kommen Produktdaten, geografische Ausrichtung und benutzerdefinierte Zielgruppen.

OpenAI nennt als Beispiel einen Onlinehändler, der innerhalb von 28 Tagen das Dreifache seiner Werbeausgaben als Umsatz erzielt habe. Ein Technologiepartner habe zudem berichtet, dass mehr als 80 % des durch Anzeigen vermittelten ChatGPT-Traffics von Neukunden stamme. Diese Werte sind Einzelfälle und erlauben keine allgemeine Prognose für andere Kampagnen.

Private Gespräche sollen für Werbekunden tabu bleiben

OpenAI betont, dass Anzeigen gekennzeichnet und optisch von den Antworten getrennt werden. Werbekunden sollen keinen Zugriff auf private Unterhaltungen erhalten. Außerdem soll Werbung keinen Einfluss auf die von ChatGPT formulierten Antworten haben.

„Anzeigen sind klar gekennzeichnet und von den Antworten getrennt. Werbung beeinflusst die Antworten von ChatGPT nicht.“ Sinngemäße Übersetzung der von OpenAI formulierten Werbegrundsätze.

Entscheidend ist dennoch, welche Gesprächsdaten OpenAI intern für Auswahl, Personalisierung und Messung verarbeitet. Für Unternehmen im DACH-Raum betrifft das insbesondere Einwilligungen, Aufbewahrungsfristen, Datenübermittlungen und die vertragliche Rollenverteilung nach DSGVO. Bei der enormen Reichweite von ChatGPT sind außerdem die strengen Vorgaben des Digital Services Act relevant, etwa für Transparenz und Werbekennzeichnung.

Was Unternehmen vor dem Einstieg prüfen sollten

Ein früher Test kann sinnvoll sein, wenn Kunden ChatGPT bereits für Recherche und Produktauswahl verwenden. Kampagnen sollten jedoch mit klaren Budgetgrenzen und einer unabhängigen Erfolgsmessung beginnen. Plattformintern gemeldete Conversions allein reichen für eine belastbare Bewertung meist nicht aus.

  • Kosten: CPC, Conversion-Kosten und tatsächlicher Deckungsbeitrag müssen gemeinsam betrachtet werden.
  • Datenschutz: Pixel, Conversions API und Zielgruppenfunktionen benötigen eine saubere rechtliche und technische Prüfung.
  • Abhängigkeit: Reichweite und Konditionen liegen vollständig unter der Kontrolle von OpenAI.
  • Messbarkeit: Ergebnisse sollten mit eigenen CRM-, Shop- und Analysedaten abgeglichen werden.

Für OpenAI wird Werbung neben Abonnements, Unternehmenskunden und nutzungsabhängig berechneten APIs zu einer weiteren wichtigen Erlösquelle. Für den Markt bedeutet das, dass ChatGPT nicht mehr nur Assistent und Suchalternative ist. Die Plattform entwickelt sich zugleich zu einem kontrollierten Vertriebsweg, auf dem Sichtbarkeit gekauft werden kann.