OpenAI übernimmt NextSlide und integriert das Team in ChatGPT
OpenAI hat das Start-up NextSlide gekauft. Das Team arbeitet nach der Übernahme direkt an ChatGPT. Bekannt gegeben wurde der Deal am 8. August 2026, vollzogen wurde er nach Angaben von Gründer Ahmed Beshry bereits früher im Jahr. Die Bekanntgabe kam damit mit mehreren Monaten Verzögerung.
Zu den finanziellen Konditionen gibt es keine Angaben. Weder ein Kaufpreis noch vertragliche Details wurden veröffentlicht.
Was NextSlide gebaut hat
Das Produkt von NextSlide erzeugte aus unterschiedlichen Eingaben fertige Präsentationen. Als Ausgangsmaterial dienten Prompts, also Texteingaben an ein KI-Modell, ebenso wie Notizen, Dokumente oder Recherchematerial. Das Ergebnis war laut Beshry eine Präsentation, die sich anschließend weiter bearbeiten ließ.
Ziel sei es gewesen, visuelle Kommunikation zugänglicher zu machen und mehr Menschen dabei zu helfen, ihre Ideen klar auszudrücken. So beschreibt Beshry die Mission sinngemäß in einer Mitteilung auf der Website des Start-ups.
Bei OpenAI wolle das Team dieselbe Richtung weiterverfolgen und KI-Produkte bauen, die beim Erstellen und Kommunizieren von Inhalten helfen. Beshry ist kein Neuling im Geschäft: Er war zuvor Mitgründer von Caper AI, einem Anbieter für kassenlose Bezahlsysteme im Einzelhandel, den Instacart 2021 übernommen hat.
Offene Punkte
Was das für ChatGPT konkret bedeutet, ist bislang nicht klar. OpenAI nennt keinen Termin und keinen Funktionsumfang für neue Präsentationsfunktionen. Auch ob und wann das bisherige eigenständige Produkt von NextSlide abgeschaltet wird, ist offen.
| Punkt | Stand |
|---|---|
| Übernahme | bestätigt, Team arbeitet an ChatGPT |
| Kaufpreis | nicht offengelegt |
| Zeitpunkt des Deals | laut Gründer früher im Jahr, Bekanntgabe am 8. August 2026 |
| Zukunft des Einzelprodukts | keine Angaben |
| Neue Funktionen in ChatGPT | kein Termin, kein Funktionsumfang genannt |
Was das für Nischen-SaaS bedeutet
Präsentationserstellung ist ein klassischer Fall für ein einzelnes Software-Abo: ein enger Anwendungsfall, ein monatlicher Preis, ein weiterer Zugang, der verwaltet werden muss. Genau diese Kategorie wird gerade von den großen Modellanbietern eingesammelt. Wenn ChatGPT Folien direkt aus hochgeladenen Dokumenten erzeugt, verliert ein separates Werkzeug seinen Grund zu existieren.
Für Unternehmen ist das zunächst eine Vereinfachung. Ein Abo weniger, ein Werkzeug weniger im Stack. Die Rechnung hat aber eine zweite Seite: Je mehr Arbeitsschritte in einer einzigen Plattform landen, desto größer wird die Abhängigkeit von deren Preisgestaltung. Wie schnell sich dort etwas bewegt, zeigen die zuletzt deutlich gesenkten API-Preise bei OpenAI, die in beide Richtungen angepasst werden können.
Dazu kommt der Datenschutz. Wer Folien aus internen Unterlagen generieren lässt, lädt Angebote, Zahlen und Strategiepapiere in ein fremdes System. Das ist keine Nebenfrage, sondern der Kern der Prüfung, die vor einer Freigabe im Unternehmen stehen sollte.
Alternativen bleiben
Wer die Abhängigkeit begrenzen will, hat inzwischen Optionen. Offene Modelle mit veröffentlichten Gewichten haben in den letzten Monaten deutlich aufgeholt, wie die Entwicklung rund um Open-Weight-Modelle aus China zeigt. Ein selbst betriebenes Modell plus ein schlanker Generator für Folien im offenen Format ist technisch keine Raketenwissenschaft mehr, sondern eine Frage von Aufwand gegen Kontrolle.
Auch bei den Werkzeugen selbst gibt es Bewegung in Richtung Eigenbetrieb. Beispiele wie Goose als Coding-Agent ohne Abo zeigen, dass sich Funktionen, die bislang an ein kommerzielles Abo gebunden waren, zunehmend auch ohne dieses abbilden lassen. Für Präsentationen gilt derselbe Gedanke: Der Wert liegt im Modell und in den eigenen Inhalten, nicht in der Oberfläche darüber.

