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Intel-CPUs mit DDR4 kommen Anfang 2027

Gigabyte bereitet BIOS-Updates für ältere H610- und B760-Mainboards vor, die neue Intel-Prozessoren mit DDR4-Unterstützung ermöglichen sollen. Damit könnte Intel Anfang 2027 eine günstige Plattform für Bürorechner und Mittelklasse-PCs anbieten, muss die Prozessoren aber klar unterhalb von Core Ultra positionieren.

Intel-CPUs mit DDR4 kommen Anfang 2027Bild: KI-generiert

Gigabyte bereitet ältere Mainboards auf neue Intel-CPUs vor

Gigabyte plant umfangreiche BIOS-Updates für Mainboards mit den Intel-Chipsätzen H610 und B760. Die Aktualisierungen sollen neue Intel-Prozessoren unterstützen, die für Anfang 2027 vorgesehen sind und weiterhin mit DDR4-Arbeitsspeicher funktionieren.

Bemerkenswert ist vor allem die Plattform. H610 erschien Anfang 2022, B760 folgte Anfang 2023. Beide Chipsätze verwenden den Sockel LGA1700, den Intel ursprünglich für die Core-Prozessoren der 12., 13. und 14. Generation einsetzte.

Die geplante Unterstützung spricht dafür, dass Intel die bestehende Raptor-Lake-Plattform noch einmal als preisgünstige Alternative zu aktuellen DDR5-Systemen positionieren will.

Raptor Lake Next bleibt technisch weitgehend offen

Seit Monaten gibt es Hinweise auf eine Neuauflage der 13. Core-Generation unter dem Codenamen Raptor Lake Next. Gigabytes Ankündigung bestätigt zwar die Arbeit an entsprechenden BIOS-Updates, nennt aber weder konkrete Modellnamen noch Taktraten oder Preise.

Im Gespräch ist unter anderem ein Prozessor mit acht P-Kernen und acht E-Kernen. P-Kerne sind für hohe Leistung ausgelegt, während E-Kerne effizientere Parallelverarbeitung übernehmen. Diese Konfiguration würde grundsätzlich einem Core i7-13700 ähneln.

Mehr Leistung ließe sich bei der bekannten Architektur vor allem über höhere Taktraten erzielen. Bereits die 14. Core-Generation basierte weitgehend auf Raptor Lake und wurde hauptsächlich über höhere Frequenzen vom Vorgänger abgegrenzt. Wie aggressiv Intel bei einer weiteren Neuauflage vorgeht, ist bislang nicht bekannt.

DDR4 könnte den Plattformpreis deutlich senken

Der wichtigste Vorteil liegt nicht zwingend bei der Rechenleistung, sondern bei den Gesamtkosten. Aktuelle Core-Ultra-200-Prozessoren auf Basis von Arrow Lake setzen DDR5 voraus. Vergleichbare DDR4-Module sind trotz des angespannten Speichermarkts häufig deutlich günstiger.

PlattformArbeitsspeicherEinordnung
Raptor Lake NextDDR4 erwartetWeiterverwendung günstiger LGA1700-Mainboards möglich
Core Ultra 200DDR5Neuere Architektur mit höherer Leistung pro Takt
Nova LakeNoch nicht abschließend bekanntNeue Intel-Generation für 2027 erwartet

Der Zeitpunkt ist relevant, weil die Speicherknappheit laut Micron bis 2028 anhalten könnte. Gleichzeitig profitieren Hersteller wie Samsung von hohen Speicherpreisen, was sich bereits in den Gewinnerwartungen von Samsung niederschlägt.

Intel braucht einen niedrigen Einstiegspreis

Für Intel entsteht daraus eine schwierige Preisposition. Der Core Ultra 7 270K Plus mit acht P-Kernen und 16 E-Kernen ist bereits für weniger als 300 € erhältlich. Eine ältere Architektur mit weniger Kernen kann deshalb nur überzeugen, wenn Prozessor, Mainboard und Speicher zusammen deutlich günstiger ausfallen.

ProzessorKernkonfigurationPreisliche Ausgangslage
Erwartetes Raptor-Lake-Next-Modell8 P-Kerne, 8 E-KerneNoch nicht bekannt
Core Ultra 7 270K Plus8 P-Kerne, 16 E-KerneSeit Längerem unter 300 €

Das wahrscheinliche Einsatzgebiet sind einfache Bürorechner und Mittelklasse-PCs, bei denen Anschaffungskosten wichtiger sind als maximale Effizienz oder Spitzenleistung. Auch bestehende Systeme könnten profitieren, sofern Mainboard-Hersteller passende BIOS-Updates bereitstellen und die Stromversorgung der jeweiligen Platine ausreicht.

Für Unternehmen zählt der komplette Lebenszyklus

Für Unternehmen kann eine verlängerte LGA1700-Laufzeit Beschaffung und Ersatzteilhaltung vereinfachen. Vorhandene DDR4-Bestände und bekannte Mainboard-Plattformen lassen sich möglicherweise weiterverwenden. Das reduziert kurzfristig Investitionskosten und vermeidet unnötige Plattformwechsel.

Dem stehen mögliche Nachteile einer älteren Architektur gegenüber. Dazu zählen ein höherer Energiebedarf, eine kürzere verbleibende Supportdauer und weniger Spielraum für spätere Aufrüstungen. Gerade bei größeren PC-Flotten sollte deshalb nicht nur der Kaufpreis, sondern auch Stromverbrauch, Wartbarkeit und erwartete Nutzungsdauer betrachtet werden.

Im oberen Leistungssegment dürfte Raptor Lake Next kaum eine Rolle spielen. Für 2027 werden mit AMD Zen 6 und Intel Nova Lake neue Desktop-Architekturen erwartet. Die DDR4-Neuauflage wäre damit vor allem eine kostenorientierte Zwischenlösung und kein technischer Generationswechsel.