Samsung erwartet 80 Milliarden Dollar Betriebsgewinn

Samsung prognostiziert für das dritte Quartal 2026 einen operativen Gewinn von rund 80 Milliarden US-Dollar. Die KI-Nachfrage treibt DRAM, NAND und HBM, während Speicher für PCs, Smartphones und lokale Server knapper und teurer wird.

Samsung erwartet 80 Milliarden Dollar BetriebsgewinnBild: KI-generiert

KI-Nachfrage beschert Samsung einen Gewinnsprung

Samsung erwartet für das dritte Quartal 2026 einen operativen Rekordgewinn. Die Prognose liegt zwischen 107,3 und 107,5 Billionen Won, umgerechnet rund 80 Milliarden US-Dollar. Gegenüber dem Vorjahreswert von 12,2 Billionen Won entspricht das einem Anstieg um den Faktor 8,8.

Auch der Umsatz soll sich mehr als verdoppeln. Samsung rechnet mit 194 bis 196 Billionen Won, etwa 145 Milliarden US-Dollar. Im dritten Quartal 2025 waren es 86,1 Billionen Won.

KennzahlQ3 2025Prognose Q3 2026Entwicklung
Umsatz86,1 Billionen Won194 bis 196 Billionen WonMehr als verdoppelt
Operativer Gewinn12,2 Billionen Won107,3 bis 107,5 Billionen WonFaktor 8,8

Die Zahlen sind zunächst eine Prognose. Eine Aufschlüsselung nach Halbleitern, Mobilgeräten und Displays soll erst mit dem endgültigen Quartalsbericht folgen. Wie groß der konkrete Anteil des Speichergeschäfts ist, bleibt daher vorerst offen.

DRAM, NAND und HBM werden zum Engpass

Als wesentlicher Treiber gilt der Ausbau von KI-Rechenzentren und GPU-Infrastruktur. DRAM dient als schneller Arbeitsspeicher, NAND wird für dauerhaften Flash-Speicher eingesetzt. High-Bandwidth Memory, kurz HBM, liefert besonders hohe Datenraten direkt neben KI-Beschleunigern.

Speicherhersteller verlagern Produktionskapazitäten auf diese margenstarken Produkte. Dadurch sinkt das verfügbare Angebot für klassische PCs, Notebooks, Smartphones und allgemeine Serverhardware. Neben Samsung profitieren auch SK hynix und Micron von der angespannten Speicherversorgung.

Der Marktforscher Gartner erwartet für die weltweite Halbleiterindustrie 2026 einen Umsatz von 1,6 Billionen US-Dollar. Das wäre nahezu doppelt so viel wie 2025.

MarktindikatorWert
Prognostizierter Halbleiterumsatz 20261,6 Billionen US-Dollar
Absatz von Einsteiger-PCs in den USA im ersten Quartal18,7 % weniger als im Vorjahr
Prognostizierter Anstieg durchschnittlicher PC-Preise bis Dezember 2026Bis zu 12 %
Erwartete Dauer des SpeicherengpassesVerschärfung 2027, möglicherweise bis 2028

Günstige Geräte geraten zuerst unter Druck

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung im Einstiegssegment. In den USA sank der Absatz günstiger PCs im ersten Quartal um 18,7 % gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig könnten die durchschnittlichen PC-Verkaufspreise bis Ende 2026 um bis zu 12 % steigen.

Auch kleinere Systeme sind betroffen. Der gestiegene Speicherpreis hat beispielsweise den Raspberry Pi 4 mit 2 GB deutlich verteuert. Hersteller müssen höhere Komponentenpreise weitergeben, die Ausstattung reduzieren oder Produkte mit niedrigen Margen aus dem Angebot nehmen.

Samsung geht davon aus, dass sich die Knappheit 2027 weiter verschärfen und bis 2028 anhalten könnte. Wie stark die Preise im DACH-Handel steigen werden, ist bislang nicht belegt. Die US-Zahlen lassen sich nicht unverändert auf Deutschland, Österreich und die Schweiz übertragen.

Hardwarebudgets und KI-Strategien neu kalkulieren

Für Unternehmen betrifft der Engpass sowohl Arbeitsplatzgeräte als auch lokale Infrastruktur. Geplante Notebook-Rollouts, Büro-PCs und On-Premise-Server könnten zwischen 2026 und 2028 höhere Budgets erfordern. Besonders Konfigurationen mit viel Arbeitsspeicher und lokal betriebenen KI-Modellen stehen unter Kostendruck.

Self-Hosting bleibt eine Möglichkeit, Abhängigkeiten von Cloud- und SaaS-Anbietern zu reduzieren. Die Wirtschaftlichkeitsrechnung verändert sich jedoch, wenn DRAM, HBM und Speichermodule deutlich teurer werden. Systeme wie der Nvidia DGX Spark mit 64 GB Speicher zeigen, dass bei lokaler KI nicht nur Rechenleistung, sondern auch die Speicherausstattung den Preis bestimmt.

Gleichzeitig trifft die Knappheit auch Cloud- und SaaS-Konzerne. Deren Infrastrukturkosten steigen, wenn KI-Beschleuniger und Speicher teurer werden. Daraus können höhere Nutzungsentgelte oder Abo-Preise entstehen, eine konkrete Weitergabe dieser Kosten ist bislang aber nicht bestätigt.

Für die Beschaffungsplanung empfiehlt sich deshalb eine getrennte Betrachtung von Hardwarepreis, laufenden Cloud-Kosten und Anbieterabhängigkeit. Die günstigste Lösung auf dem Papier muss über mehrere Jahre nicht die niedrigsten Gesamtkosten verursachen.